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RADON: eine schleichende Gefahr

Radon, physikalisch genauer das Nuklid Radon-222, ist ein natürlich im Erdreich ubiquitär und in der Luft vorkommendes radioaktives Gas, das geruchlos und farblos ist. Geologische Quelle dieses radioaktiven Edelgases ist das in der Erdkruste überall in Gesteinen und Böden enthaltene Radium-Metall. Dieses Metall entsteht durch radioaktiven Zerfall von Uran-Gestein („Uran-238“).

Diagramm - Zerfallsreihe Uran238

Quelle: fotolia

Die physikalische Halbwertszeit von Radon beträgt nur 3,8 Tage. D.h. nach dieser Zeit ist die Hälfte des gebildeten Radons radioaktiv zerfallen, und zwar unter Aussendung von Alphastrahlung. Gasförmiges Radon selbst ist eigentlich weniger bedenklich, dafür geht eher das Gesundheitsrisiko von den Zerfallsprodukten des Radons aus, nämlich von seinen radioaktiven "Töchtern".

Illustration - die menschlichen Atmungsorgane

Illustration - Gfahr durch Einatmen radioaktiver Teilchen

Quelle: fotolia

Die „Radon-Töchter“ sind Zerfallsprodukte des Radons, denn Radon ist kernphysikalisch sehr instabil. Radon zerfällt nämlich in eine Reihe kurzlebiger ebenfalls wieder radioaktiver Folgeprodukte. Dies sind die Elemente Polonium, Wismut und Blei. Sie sind nicht mehr gasförmig. Sie schweben aber in der Luft als Aerosole oder Kleinstpartikel-gebunden herum und können eingeatmet werden. Sie bleiben vor allem im Atemtrakt haften. Radon als Inertgas reagiert chemisch im Organismus nicht, wird nicht metabolisiert und wird schnell wieder ausgeatmet, bevor es zerfällt.


Illustration - Röntgenbild mit geschädigter Lunge

Quelle: fotolia und Thomas Schmidt

Die gefährliche biologische Wirkung des Radons und seiner kernphysikalischen Folgeprodukte beruht auf den sehr energiereichen Alphastrahlen. Sie entstehen bei den radioaktiven Zerfallsereignissen. Gefährlich wird Radon dann, wenn es sich in einer Immobilie in der Atemluft anreichert. Damit sammeln sich auch die radioaktiven Aerosole und Partikel in der Raumluft. Das Radon gelangt vorher recht schnell aus dem Gebäude-Untergrund über Undichtigkeiten (Fugen, Stöße, Kabel- und Leitungsdurchführungen etc.) anfänglich vor allem in den Keller oder in erdberührte Erdgeschoßbereiche—bevor es sich dann im gesamten Gebäude breit macht und in die Atemluft kommt.

Schwankungen der Radon-Aktivitätskonzentration in der Umwelt

Metapher - vielleicht ist schon Radon im Keller

Quelle: Kemski-Bonn und fotolia

Radon-Gas hat u.a. folgende chemisch-physikalischen Eigenschaften:

  • Geruchlos (man riecht es nicht!)
  • Geschmacklos (man schmeckt es nicht 
  • radioaktiv (= es gibt unsichtbar fürs Auge Alphastrahlung ab)
  • farblos (= man sieht es nicht wenn es in Gebäude eindringt und sich in allen Räumen verteilt)
  • viel schwerer als Luft (gelöst und verteilt in Luft gelangt es aber dennoch in höhere Stockwerke durch Konvektion = Auftrieb)
  • chemisch inert (man kann es chemisch nicht zersetzen und somit kaum aus der Luft ohne großen Aufwand herausfiltern)